Weitere Schritte : SPS 68000-er ::: IT-Erfahrungen
Nach der Lehre wechselte ich in das vollautomatische Hochregallager der Firma Arburg. Dort war ich für die Hege und Pflege der Roboter zuständig.
Mein Chef gab mir damals vier Listingausdrucke (A3 mit jeweils ca. 1000 Seiten) und sagte zu mir ich soll das System verstehen. Die Anlage war mit mehreren Siemens Simatic S5 aufgebaut. Hier lernte ich was es bedeutet verteilte Systeme miteinander zu verbinden und asynchrone Prozesse sicher laufen zu lassen. Wenn eine zwei-Tonnen-schwere Palette in sieben Meter Höhe aus dem Regal heraushängt, da ein Roboter eine Fehlfunktion hat, spürt man so richtig was ein Programmfehler alles auslösen kann.
Die Robis haben mir sehr viel Spaß gemacht, bis ich sie komplett verstanden hatte und keine Fehler mehr auftraten. Wir wurden dafür bezahlt herumzusitzen und zu warten dass etwas kaput geht. Ich erhielt die Erlaubnis während der störungsfreien Zeit eine Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker, Fachrichtung Elektrotechnik, Schwerpunkt Datenverarbeitungstechnik beim DAG Technikum abzuschließen.
Dort hatte ich tiefere Einblicke in die Programmierung und Systemgestaltung als bei der vorigen Ausbildung.
Außerdem konnte ich das erste Mal außerhalb vom Landkreis Freudenstadt zu Prüfungen gehen und stellte fest, dass die Welt ein wenig größer ist als ich ursprünglich angenommen hatte.
Zu dieser Zeit traf ich mich mit meinen Freunden immer dienstags in einer Kneipe und wir bauten an einem 68000 Rechner. Die Maschine war mit 4 MByte DRAM ausgestattet und konnte parallele Eingangsprozesse verarbeiten. Wir erstellten die Architektur und löteten die Komponenten zusammen. Im Prinzip hat das Teil funktioniert, nur hatten wir so viel Spaß in der Kneipe, dass wir mit dem - Betriebssystem erstellen - einfach nicht weiter gekommen sind. Am Ende waren die Schaltpläne in der Kneipe als Bilder an den Wänden und wir bauten unserem Wirt einen elektronischen Würfel. Das war wichtig, da die Kneipengänger mit gezinkten Würfeln spielten. Der Aufbau des Würfels war einfach. Der mechanische Schalter prellte beim Betätigen und ein Zähler, der von 1 bis 6 zählen konnte und danach mit einem Überlauf auf 1 wieder von vorne begann, registrierte wie oft der Schalter prellte. Das Ergebnis wurde ausgegeben und fertig war der Würfel. Kein Betrug mehr und alle waren glücklich.
