Pfifferlingsrisotto und Anforderungsanalyse
3. August 2009 Roland
Auf unserer Baustelle ist wieder ein Stück gegangen und ich war gestern in der Lage mal wieder ordentlich zu kochen. Da es beim lokalen Supermarkt gerade Pfifferlinge gab, wollte ich irgendein schönes Gericht mit Pfifferlingen kochen. Und da fand ich bei Chefkoch ein passendes Pfifferlingrisotto Rezept. Wie immer hatte ich natürlich nicht alle Zutaten für exakt dieses Gericht zur Hand. Ich musste mir überlegen, wie ich mit den vorhandenen Zutaten ein ähnliches Gericht zusammenstellen konnte. Und irgendwo da bin ich auf die Idee gekommen, dass Kochen und das managen von Anforderungen in der IT ziemlich viele Ähnlichkeiten haben.
Das Kochrezept und die Kundenanforderungen
Das Kochrezept, in diesem Fall Pfifferlingrisotto, ist mit den Kundenanforderungen zu vergleichen. Die Kundenanforderungen definierten als Musskriterien:
- Reis, der zu Risotto verarbeitet wird
- Pfifferlinge
Ok, Reis hatte ich und Pfifferlinge hatte ich ja schließlich gekauft. Als weitere Anforderungen lagen vor:
- Weißherbst zum Abschmecken
- Knoblauch
- Eine Zwiebel
- Pfeffer
- Etwas Sahne
- Gemüsebrühe
Aus diesen Anforderungen leitete ich ab ob sie muss oder kann Kriterien sind. Der Weißherbst selbst ist keine Mussanforderung. Ich hatte einen anderen Rose da und entschied, die Anforderung in Wein umzustellen. Knoblauch war kein Problem, genauso die Zwiebel, Sahne und der Pfeffer. Die Gemüsebrühe war nicht vorhanden. Also entschied ich um und verwendete eine Rinderbrühe. Somit veränderte ich den Wein und die Brühe.
Kundenanforderungen mit Wirklichkeit abgleichen
Ich hätte mich am Sonntag auf den Kopf stellen und mit den Ohren wackeln können. Damit hätte ich immer noch keinen Weißherbst und keine Gemüsebrühe gehabt. Ok, meine Nachbarin hat schon eine Zwiebel von mir bekommen. Vielleicht hätte sie im Gegenzug mit Wein und Gemüsebrühe herhalten können. Doch da ich den Pfifferlingrisottokunden recht gut kenne, ich bins ja selbst gewesen, wollte ich sie mit solchen Lapalien nicht belasten. Bei der IT ist es ebenfalls häufig einfach finanziell oder technisch nicht möglich einige Anforderungen zu erfüllen. Wenn die Anforderung heißt, dass du zwei Rechenzentren im Abstand von mindestens 15km benötigst und deine Rechenzentren einfach nur fünf Kilometer Abstand voneinander haben, dann kannst du diese Anforderung nicht erfüllen. Du musst mit deinem Kunden darüber reden und die Anforderung abändern. Und genau das habe ich mit der Rinderbrühe und dem anderen Wein gemacht.
Kundenanforderungen erweitern
Nachdem die Anforderungen geklärt sind, werden von der IT noch technische Anforderungen generiert. Das neue System muss betreibbar sein, es muss wartbar sein und wir müssen es z.B. auch noch überwachen können. Wir fügen zu den bestehenden Kundenanforderungen noch weitere Anforderungen hinzu. In meinem Fall war ich mit den Gewürzen nicht einverstanden. Ich hatte noch frischen Schnittlauch und frischen Oregano. Diese Gewürze wollte ich auch noch zum Menü hinzufügen. Damit wollte ich dem Gericht den nötigen Schliff geben. Somit habe ich das ursprüngliche Rezept doch schon ziemlich abgewandelt. Solange die Kunden damit einverstanden sind, entsteht so eine machbare (und sehr gut schmeckende) Lösung. Wenn ich nun einen externen Kunden gehabt hätte und dieser Kunde z.B. Vegetarier ist, wäre meine Rinderbrühe ein Killerkriterium gewesen. Also immer auf die Umgebung achten! Übrigens, dass Risotto war wunderbar. Und im Vergleich zu Programmen kann man beim Kochen das Ergebnis einfach aufessen und den Rest abspülen. Es bleiben keine Spuren mehr vorhanden und ein Refacturing ist normalerweise nur auf dem Konzeptlevel (Rezept) sinnvoll
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Der Beitrag wurde am Montag, den 3. August 2009 um 10:48 Uhr veröffentlicht und wurde unter IT, Unterricht abgelegt.
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