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Auf was achte ich beim Laptop / Netbook kauf?

18. Januar 2010 Roland

Ich bin irgendwie zum Jäger und Sammler mutiert und habe jetzt zwei Netbooks. Einer ist ein HP2133 und der Andere ist ein Asus Eee 900.
Bei uns zuhause stehen ausserdem diverse Siemens Fujitsu Notebooks herum. Im Betrieb verwende ich zur Zeit einen lenovo T60. Ich kann also behaupten, dass ich immer wieder mal mit Notebooks, Laptops, Netbooks usw. zu tun habe :)
Jeder der von mir verwendeten Rechner hat seine Vor- und Nachteile.
Vor kurzem sind Ute und ich wieder mal im Internet unterwegs gewesen und haben für uns Arbeitsmaschinen gesucht.
Dabei ist uns aufgefallen, dass es gar nicht so einfach ist, wirklich den passenden Rechner zu finden. Vor ein paar Jahren war das ziemlich einfach. Es gab Pentium und AMD und somit eine Handvoll Prozessoren. Und Laptopmodelle gab es so um die 100. Heute sieht das vollkommen anders aus. Selbst einzelne Hersteller (Beispiel Asus) bieten duzende und noch mehr Typen an.
Wie kann man da trotzdem seinen Wunschrechner finden?
Hier ein paar Kriterien, die meiner Meinung nach wichtig sind und für dich bei der Kaufentscheidung eventuell hilfreich sein können:

Ergonomie Tastatur, Mousepad

Viele Laptops haben ein schlechtes Layout bei der Tastatur. Die rechte Shift Taste ist häufig sehr klein. Wenn ich einen Rechner kaufe, muss die Tastatur ensprechend passen. Schau dir dazu die Bilder genau an oder versuche ein entsprechendes Gerät mal in Natur zu sehen.
Weiterhin ist das Mousepad häufig zu klein, sehr empfindlich oder gar nicht richtig vorhanden. Hier solltest du schauen, ob du mit dem entsprechenden Mousepad wirklich arbeiten kannst.

Spiegelnder Bildschirm

Heutzutage sind die meisten Laptops mit spiegelnden Bildschirmen ausgestattet. Für mich hat hier das Marketing gewonnen, da spiegelnde Oberflächen einfach schicker aussehen.
Dummerweise kannst du dann gar nichts mehr sehen, wenn die Sonne draufknallt. Ein Laptop möchte ich auch mal draussen verwenden. Wenn das Display zu dunkel ist, oder zu arg spiegelt, kannst du nichts mehr erkennen. Ich persönlich finde matte Displays viel schöner.

Abmasse

Je nachdem was du mit der Maschine machen willst, muss sie entsprechend dimensioniert sein.
Im Flugzeug, Taxi oder Bus und Bahn ist ein 12″ oder noch kleinerer Rechner wirklich praktisch. Mein Asus Eee passt z.B. mit einer Kaffeetasse auf eine Standard Flugzeug-Ablage. Damit konnte ich gut nach England fliegen und bequem tippen. Dafür ist der kleine Rechner nicht sehr ergonomisch und für massive Entwicklungsarbeiten (Eclipse usw. ) nicht gut geeignet.
Wenn du die Maschine meistens zuhause einsetzt, dann empfehle ich einen grossen (17″ oder mehr) Rechner. Für das lange Arbeiten, spielen usw. ist ein grosser Bildschirm einfach angenehmer. Der lenovo mit seinen 15″ ist auch schon gut. Aber wenn du viele Applikationen gleichzeitig darstellen willst, solltest du schon 1920*1200 Auflösung oder zumindest 1300*X haben.
Zuhause kannst du auch locker mal 5kg stemmen. Im Flugzeug ist das ziemlich blöde (Handgepäck ;) )

Akkulaufzeit

Viele Hersteller wollen einfach nicht zugeben, dass sie keine Laptops sondern Desktops bauen. Da gibt es Hersteller, bei denen ein Laptop maximal eine Stunde Akkulaufzeit hat.
Falls du deine Maschine “nur” zuhause verwendest, und beispielsweise massiv spielen willst, dann ist das nicht so schlimm. Ich fahre jeden Tag ca. 4h Zug. Da ist das ein Killerkriterium.

Temperaturentwicklung

Ich hatte mal einen Gericom mit dem man gut kochen konnte. Dummerweise konnte ich den nicht auf meinem Schoss betreiben. Denn nach einer halben Stunde hatte ich Verbrennungen dritten Grades ;)
Achte auf die Temperaturentwicklung. Wenn du eine Gamermaschine haben musst, da du nunmal neue Spiele zocken willst, dann ist diese Maschine höchstwahrscheinlich nichts für unterwegs.

Kühlungssystem Lautstärke

Einige Maschinen dröhnen wie Flugzeuge oder Presslufthämmer.
Suche Angaben wie laut die Maschine im Leerlauf und in Vollast ist.
Achte darauf, dass die Maschine sehr häufig in Vollast laufen wird. Wenn du die Maschine meistens im Zug verwenden willst, ist der Lärm nicht so wichtig. Wenn du die Maschine daheim vorm Fernseher verwenden willst, dann muss die Maschine leise sein.
Wenn du den ganzen Tag mit der Maschine arbeiten willst, dann sollte sie auch leise sein. Mehr als 40dB ist da tödlich.
Es gibt auch Maschinen die ein leises, hochfrequentes Quietschen erzeugen. Les nach ob das so ist. Dieser Ton schmerzt massiv und macht einen Laptop eigentlich unbrauchbar.

Performance vom CPU

Die Netbooks haben ziemlich schlappe Prozessoren drin.
Beispielsweise ist ein Asus Eee 1005HA mit einem Intel Atom N270 ausgestattet. Mit diesem Prozessor kannst du Dokumente schreiben und im Internet rumsurfen. Versuch nie, diesen Prozessor für Eclipse oder andere Entwicklungsaufgaben zu nutzen. Dir wird das Gesicht einschlafen :)
Dafür läuft die Büchse 9h oder länger. Das ist natürlich super für unterwegs…
Es gibt z.B. Asus Eee 1201N mit einem Atom 330 Prozessor. Der ist schon um ein paar Faktoren schneller (immer noch kein Gamer-Prozessor). Dafür läuft die Maschine nur 5h auf Akku.
Wie du siehst, du musst da einen Kompromiss aus Gewicht (Akku), Prozessorleistung und Akkulaufzeit für dich ausloten.

Frontside Bus (FSB) und RAM Geschwindigkeit

Einige schlecht bestückte Laptops haben einen Prozessor mit z.B. 2,56GHz Taktfrequenz und dann nur einen Frontside Bus mit 533MHz. Der Frontside Bus ist dafür zuständig, dass deine CPU mit deinen Peripheriegeräten, wie RAM usw. kommunizieren kann. Wenn dein Prozessor sauschnell ist und dein Frontside Bus saulangsam ist dann wird die Performance von deinem CPU nie richtig ausgenutzt.
Genauso doof ist es einen Frondside Bus von 1024MHz zu haben und dann ein RAM mit 512MHz zu kaufen.
Cool ist, wenn der FSB z.B. 1024MHz hat und das RAM auch 1024MHz. Dann sind die gleich schnell und du kannst einen Unterschied in der Performance spüren.

Festplattenumdrehungen und Cache

Wenn du eine Festplatte mit 5300 oder 7200 Umdrehungen haben kannst, dann nimm die Schnellere. Wenn der Cache der Festplatte grösser ist, dann hilft das auch. Festplatten bremsen dich sonst, wenn du viele Dateien kopierst.

Design

Ich habe vor kurzem schöne blaue Rechner gesehen. Wenn es alternative Gehäuse gibt, schau sie dir doch mal kurz an. Es macht einfach mehr Spass, einen hübschen Rechner zu bedienen.

Gehäuseverarbeitung

Einige Gehäuse sind nicht verwindungssteif. Das bedeutet, dass dein Rechner sich schnell verbiegt, Schaniere nicht funktionieren, Tastatur klemmt usw.
Schau mal nach ob es Testberichte gibt, die die Verarbeitung des Geräts testen. Häufig verkratzen die Maschinen schnell und du kannst dann nicht mehr gut damit arbeiten.
Bei Touchscreens ist das auch sehr wichtig, da wenn die Oberfläche zu glänzig ist, die Fettfinger schnell dazu führen, dass du nichts mehr siehst…

Anschlüsse

Jenachdem was du so alles an deine Maschine dranhängen willst, sind die Anschlüsse sehr wichtig.
Ich stecke z.B. meinen Kopfhörer in die Kiste rein. Wenn der Stecker vorne oder an der Seite ist, dann macht es im Zug Spass.
Wenn er hinten ist, störst du permanent deinen Nachbarn.
Zu wenig USB Anschlüsse gehen mir auch auf den Kecks. Ich musste mal an einem alten Vaio arbeiten. Das Teil bestand aus 500g Rechner und 2kg Kabelsalat. Das macht keinen Spass.
Schau einfach was du so im Normalfall brauchst (HDI-Adapter usw.) und suche dir einen Rechner der das dann auch hat.

Betriebssystem

Je nachdem was du machen willst, kannst du hier auf Windows XP, Windows Vista oder Windows 7 gehen. Ich kenn mich mit Windows nicht so super aus, aber ich glaube Windows 7 ist schon wieder besser als Windows Vista. (Eigentlich klar, Vista war ja mehr oder weniger unbrauchbar ;) )
XP ist jetzt schon sehr betagt und ich würde das nicht mehr empfehlen.
Ich verwende auf meinen Rechnern eigentlich nur Linux.
Hier gibt es Laptop Hersteller die gleich ein Linux vorinstallieren.
Falls du z.b. einen Rechner mit vorinstalliertem Ubuntu findest, brauchst du dir keine Sorgen machen dass die Maschine nicht mit Linux betrieben werden kann.
Naja, mein Blog hier zeigt, dass ich gerne Gentoo verwende. Das habe ich auch schon auf Apple iBooks draufgequetscht, aber eigentlich macht es keinen Spass wenn die hälfte deiner Hardwarekomponenenten nicht angesprochen werden kann.
Falls du Linux verwenden willst, schau ob mindestens die Grafikkarte, das Wireless und der Soundchip unterstützt wird.
Alles weitere (Sondertasten für Bildschirmhelligkeit usw.) kann im Zweifelsfall auch mal eine Zeitlang nicht funktionieren. Aber schöner ist es schon…

So, ich hoffe diese Tipps helfen dir ein wenig.

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Der Beitrag wurde am Montag, den 18. Januar 2010 um 13:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter Guggat emol abgelegt.

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6 Reaktionen zu “Auf was achte ich beim Laptop / Netbook kauf?”

  1. Dirk Deimeke sagt:

    Ich möchte noch ergänzen, dass man die Tastatur in jedem Fall einmal testen sollte. Nicht nur die Ergonomie ist entscheidend, auch die Verarbeitung. Thinkpad-Tastaturen kann man auch nach Jahren noch verwenden “wie am ersten Tag” viele andere Tastaturen werden schnell schlecht.

    Das gilt übrigens auch für die Darstellung. Ich habe 1650×1080, das sieht auf dem Thinkpad-Display gut aus, auf einem gleich grossen Acer macht das keinen Spass.

    Wenn der Rechner sehr lange Akkulaufzeit haben sollt, lohnt es sich in weniger RAM und dafür statt einer Festplatte ein Flashdrive.

    Und zuletzt gilt es die Frage ehrlich zu beantworten, wofür der Rechner verwendet wird und wie lange er halten soll. Wenn man 99% Textverarbeitung macht, ist es wenig sinnvoll für 1% anderes viel Geld auszugeben …

    Es hat sich als gute Faustregel erwiesen, immer die Rechner mit dem besten Preis-/Leistungsverhältnis zu wählen. Die schnellsten Prozessoren haben leider immer die höchsten Ausschussraten und das zahlt man mit dem Preis. Das Moore’sche Gesetz hat sich als richtig erwiesen, alle 18 Monate verdoppelt sich die Leistung oder halbiert sich der Preis.

    Die High End Geräte sind fast doppelt so teuer, wie die “normalen” Geräte, sie leisten aber nicht das doppelte, der Rest ist Numerik. Wenn wir mal nicht über Elektroschrott nachdenken, ist es auf – auch aus Garantiesicht – günstiger alle zwei Jahre ein “normales” Gerät zu kaufen als alle vier ein High End Gerät.

    Ein Wort zum Schluss, es lohnt sich auch, mit einer Knoppix-CD in einen Laden zu gehen.

  2. Roland sagt:

    Hi,
    danke für die Ergänzungen!

  3. Dirk Deimeke sagt:

    Je länger ich darüber nachdenke, desto stärker merke ich, wie komplex das Thema ist.

    Beispielsweise bei den Festplatten. Wichtiger als die Umdrehungsgeschwindigkeit so betrachten, ist es auf die Anzahl der Köpfe zu achten. (Nebenbei: Hohe Umdrehungsgeschwindigkeit -> hoher Stromverbrauch -> geringere Akkulaufzeit).

    Da gerade bei Notebooks in der Regel viele kleine Dateien bewegt werden, ist es ein grosser Vorteil, wenn Daten parallelisiert auf die Platte kommen. Und weiterhin gilt, dass es wichtiger ist, dass die Schreib-/Leseköpfe sich schnell positionieren können als dass die Datenrate maximiert wird.

  4. Franz sagt:

    Eine ganz vollständige Zusammenfassung von dem worauf man achten muss beim Ankauf. Lässt sich hieraus herbeiführen das du dich nicht für ein iPad entscheiden würde. Oder nur nicht für die heutige Variante (es wird wahrscheinlich ein schnelleres iPad geben innerhalb ein halbes Jahr). Zurzeit zweifle ich noch immer ob ich mich ein iPad kaufen würde oder doch lieber ein nettes Netbook auswählen möchte.

  5. [...] Dirk führte die Diskussion in einem Artikel weiter, auch Roland schrieb darüber, welche Probleme bei der Notebookwahl heutzutage [...]

  6. Roland sagt:

    Hallo,
    sorry dein Kommentar ist im Spam hängen geblieben.
    Mit dem iPad habe ich mich noch nicht so arg auseinandergesetzt.
    Da es sich jedoch um die erste Version handelt, wird es noch zu viele Kinderkrankheiten haben. (Siehe die ersten iPhones…)
    Wenn du mit dem Gerät schreiben willst, würde ich auf alle Fälle ein Netbook vorziehen. Die Tippererei auf einem Touchscreen finde ich persönlich noch nicht gut genug.

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